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Hymne an Heraklit
, 1959 Hymne an Heraklit , 1959

Gerhard Hoehme Biografie, Seite 2/5

1956 Im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld erhält der Künstler die erste große Einzelausstellung. Die Korrespondenz zwischen Gerhard Hoehme und Will Grohmann setzt ein und wird bis zum Tod des Kunstkritikers 1968 fortgesetzt. Der poetische Kurztext "Schwarze Bilder", der 1955/56 erscheint, steht am Anfang einer langen Reihe von theoretischen Äußerungen, Essays, Abhandlungen und Anmerkungen, in denen der Künstler seine Arbeit, seine Umwelt und die Gesellschaft reflektiert. Zwischen 1956 und 1957 entsteht eine Reihe "Schwarzer Bilden", in denen Hoehme die materiellen und tonalen Möglichkeiten des Schwarz im Bild auslotet.

1957 Jean-Pierre Wilhelm gründet die Galerie 22 in der Kaiserstraße 22 in Düsseldorf. Durch die Unterstützung von Manfred de la Motte und Gerhard Hoehme entwickelt sich die Galerie rasch zum internationalen künstlerischen Treffpunkt - Künstler wie Jean Fautrier, Jean Dubuffet, deutsche Informelle wie Karl Otto Götz, Bernard Schultze, Peter Brüning u.a. stellen aus. Noch im Gründungsjahr zeigt Wilhelm Gerhard Hoehme in einer Einzelausstellung, in der vom 11. Oktober bis zum 6. November aktuelle Arbeiten - die "shaped canvases" - präsentiert werden. Hoehme erhält den 2. Preis der Internationalen Graphik-Biennale in New York. In diesem Jahr sprengt Hoehme das klassische Bildgeviert. Er lässt dem Fluss der Farbe und Materie freien Lauf und gelangt zu polymorphen Bildgestalten. Die innere Dynamik der Farbmaterie bestimmt nun das Format der Arbeiten. Das Experimentieren mit Kunststoffmassen führt ihn parallel zu reliefhaften, haptischen Strukturen, die die Arbeiten in einem Zustand zwischen Bild und Objekt halten. Mit den "Borkenbildern" beginnt zum Jahreswechsel eine Werkphase, in der aus Farbpartikeln und Farbschollen älterer Arbeiten neue plastische Strukturen entstehen.

1958 In der Galerie 22 findet mit John Cage, David Tudor und Nam June Paik das erste Happening statt. Das Land Nordrhein-Westfalen verleiht Gerhard Hoehme den 1. Förderpreis. 1959 Die Reihe der Schriftbilder setzt ein, in denen Hoehme Buchstaben, Zahlen und Chiffren in Kombination mit malerischen Elementen zu einer seriellen Bildstruktur zusammenfügt. Die Arbeiten sollen nun "gelesen" werden. Darüber hinaus findet man die ersten feinen Nylonfäden in den Werkstrukturen.

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